LESEPROBE AUS WISHCRAFT
Auszug aus Kapitel 9: Die Bremse in uns selber

"Nie bleibe ich bei etwas. Ich versuche es immer wieder, und immer wieder schaffe ich es nicht, dabeizubleiben."
"Ich schiebe alles auf. Ich weiß nicht warum."
"Ich arbeite wie eine Verrückte für unwichtige Dinge. Und wenn ich dann wirklich einmal etwas für mich selber will, habe ich keine Energie."
Was läuft falsch bei diesen Leuten – und bei uns selber? Warum haben wir nicht die Energie, unsere Traumziele zu verfolgen und dabeizubleiben, bis sie real geworden sind?
Die Antwort lautet: Widerstand. Jedesmal, wenn wir etwas emotional Riskantes tun, wie ein Wunschziel zu verfolgen, fühlt sich etwas in uns unwohl. Selbst wenn es sich nur um einen kleinen Traum oder Wunsch handelt, der eigentlich kaum noch als Traum gelten kann – Gymnastik machen, Hausaufgaben erledigen – bremst uns ein Widerstand. Sie erkennen vielleicht nicht, dass es Widerstand ist, der Sie zum Stillstand bringt. Sie denken eher, dass Sie das Interesse verloren haben oder dass Sie faul sind – aber das ist so gut wie niemals der Fall. Nein, immer wenn Sie von einer Sache ablassen, dann geschieht das, weil etwas in Ihnen beschlossen hat aufzuhören.
Dieses Kapitel besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil erkläre ich, was Widerstand ist und warum er in jedem von uns existiert. Im zweiten Teil zeige ich Ihnen, wie Sie sich aus seinem Griff befreien können, so dass Sie beginnen können, Ihre Träume – und damit ein Leben, das Sie lieben – zu verwirklichen.Was ist Widerstand?
Wann immer Sie beschließen, eine große Veränderung in Ihrem Leben herbeizuführen, insbesondere wenn Sie etwas nur für sich selber lernen oder erreichen wollen, dann türmt sich fast immer ein Hindernis auf. Sie gehen mit größtem Elan an eine Sache heran, aber irgend etwas nimmt Ihnen bald darauf wieder den Wind aus den Segeln. Sie haben beschlossen, wieder mit dem Klavierspielen anzufangen, aber seit Wochen sind Sie nicht in die Nähe des Klaviers gegangen. Sie wollen Freunde anrufen, um einen kleinen Literaturkreis zu gründen, aber Sie kommen einfach nicht dazu, die Anrufe zu tätigen. Sie wissen genau, dass Sie das tolle neue Computerprogramm, das Sie unbedingt haben wollten, sofort benutzen könnten, wenn Sie nur endlich die Gebrauchsanleitung durchlesen würden – aber Sie können sich einfach nicht dazu aufraffen. Irgendetwas unterbricht Ihren Schwung und bringt Sie dazu, Ihr Projekt fallen zu lassen, und aus irgendeinem Grund haben Sie später keine Lust mehr, noch einmal damit zu beginnen. Sie verschieben alles auf später. Trägheit setzt ein.
Warum das alles?
Weil eine große unsichtbare Macht Ihre Energie anzapft. Diese Macht nennt sich Widerstand. Widerstand tritt jedes Mal auf den Plan, wenn Sie etwas verändern wollen. Selbst wenn Sie in die richtige Richtung marschieren, selbst wenn Sie alles gerne tun, was Sie zu tun versuchen – Widerstand kommt ins Spiel.
Glauben Sie nicht, dass nur Sie alleine dieses Problem haben. Widerstand ist ein universelles Phänomen. Jede und jeder hat irgendwann damit zu tun.
Und seine Universalität gibt uns den größten Hinweis darauf, womit wir es zu tun haben. Uns allen wurde beigebracht, dass man Ziele ohne Zögern und Schwierigkeiten angehen sollte und dass wir eben einen schwachen Charakter haben. Wenn Widerstand aber ein universelles Phänomen ist und alle immer wieder vom "geraden Weg" zum Ziel abweichen, dann muss es etwas anderes als eine rein persönliche Charakterschwäche sein. Es muss vielmehr genauso natürlich in uns verankert sein wie Essen und Schlafen. Und es muss dann einer bestimmten Absicht dienen. Wir sollten Widerstand nicht einfach bekämpfen, sondern uns genau anschauen, was sein von der Natur bestimmter Zweck ist.
Der Leibwächter, der auf Sie aufpasst
Wenn Sie Ihre Unfähigkeit, einen bestimmten Entschluss durchzuführen, als Zeichen der Schwäche interpretieren, dann habe ich eine kleine Überraschung für Sie: Es handelt sich dabei vielmehr um ein Zeichen von Stärke! Es ist keine Frage, dass Widerstand lästig ist und uns immer wieder den Weg versperrt. In diesem Kapitel werden Sie lernen, wie man mit ihm umgehen muss, sodass er Sie nicht ständig von vielen Dingen abhält. Aber glauben Sie bitte nicht, dass Widerstand etwas mit Schwäche zu tun haben könnte. Er ist stärker als Sie und alle Ermahnungen, sich doch endlich am Riemen zu reißen.
Und zwar deshalb, weil Widerstand ein primitiver Sicherheitsmechanismus ist, vergleichbar einem großen, muskulösen Leibwächter, der Sie von allem abhält, was auch nur irgendwie nach Gefahr aussehen könnte.
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